Rezeptideen von Irene Treitner

Egal ob traditionelle oder kreative Rezepte, wenn es ums Einkochen von Früchten, Kräutern und Gemüse geht, ist die erfahrene Einkoch-Spezialistin Frau Irene Treitner von Let’s Jam absoluter Profi. Gemeinsam mit Wiener Zucker gibt sie im Marmelade-Abo Newsletter Tipps und Tricks zum Einkochen. Profitieren Sie von der langjährigen Erfahrung und melden Sie sich zum Marmelade-Abo Newsletter an.

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Unterhalb sehen Sie einen kleinen Auszug der Rezepte unseres Newsletters. Wiederkommen lohnt sich!

Einkochen mit Schokolade

Gerne zeigen sich Früchte auch mal von ihrer Schokoladenseite. Außerdem heißt es ja: „Solange Kakaobohnen an Bäumen wachsen ist Schokolade für mich Obst!“ Mit unterschiedlichen Schokoladen können wir ganz spezielle Marmeladengenüsse zaubern. Verwenden sie dazu qualitativ hochwertige Schokolade. Dabei ist der Schokoladeanteil ca. 10% des Fruchtgewichtes. Lassen Sie sich inspirieren!

ERDBEERMARMELADE MIT WEIßER SCHOKOLADE

Die Erdbeeren waschen, putzen und gemeinsam mit dem Gelierzucker in einen Einkochtopf geben. Mit dem Stabmixer pürieren. Zum Kochen bringen, 5 Minuten unter Rühren kochen lassen und dann die Schokolade und den Orangenlikör zugeben. Rühren, bis die Schokolade vollständig geschmolzen ist. Dann heiß in kleine Gläser abfüllen.
Wunderbar lässt sich weiße Schokolade auch mit Himbeeren, Heidelbeeren und Mango kombinieren.

MON-CHERIE-MARMELADE

  • 900 g entsteinte Weichseln
  • 100 g dunkle Schokolade (70% oder 80% Kakaoanteil)
  • Ein großes Stamperl Kirschlikör oder Rum
  • 1 kg Wiener Gelierzucker 1:1

Die Weichseln mit dem Zucker zum Kochen bringen und 5 Minuten kochen lassen. Dann unter Rühren die Schokolade und den Likör zugeben und weiterkochen, bis die Schokolade geschmolzen ist. Wer ein stärkeres Kakaoaroma liebt, kann noch 1-2 Löffel Kakao dazu geben.

Mit dunkler Schokolade harmonieren auch Bananen sehr gut. Dafür statt der Weichseln einfach sehr reife Bananen nehmen. Damit es nicht zu süß wird, verwenden wir dazu dann eher den Wiener Gelierzucker 3:1.

Einkochtipp: Melonen

Welche Pflanzenfamilie schenkt uns Beeren, die bis zu 1,2 Tonnen schwer werden können? Die Kürbisgewächse, richtig!
Die 1,2 Tonnen hatte der Weltrekordkürbis eines belgischen Züchters im Jahre 2016. Natürlich können wir auch aus Kürbis Marmelade machen, aber damit beschäftigen wir uns im Herbst und im kleineren Ausmaß (Der Rekordkürbis hätte ca. 6000 Gläser Marmelade ergeben) Was uns im Moment mehr lockt, sind seine kleineren süß-aromatischen Verwandten, die als Vorboten des Sommers schon jetzt die Supermarktregale füllen: die Melonen.
Der deutsche Name ist von dem griechischen Wort μήλο (Mēlo), ‚Apfel‘ abgeleitet. Die Frucht wird aufgrund der harten Schale als Panzerbeere bezeichnet. Es wird hauptsächlich zwischen Zuckermelonen und Wassermelonen unterschieden, wobei es bei den Zuckermelonen eine große Sortenvielfalt gibt:
Honigmelone, Netzmelone und Cantaloupe Melone, Charentais-Melone.

ZUCKERMELONENMARMELADE

Die Melonen entkernen und schälen. Vom Fruchtfleisch 90 dag abwägen, grob würfeln und mit dem Gelierzucker sowie dem Zitronensaft in einem Topf verrühren. Einige Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Nun unter Rühren aufkochen und ca. 5 Minuten kochen lassen, dabei mit dem Stabmixer pürieren.

Es gibt so viele Melonensorten, da lässt es sich herrlich experimentieren. Wichtig ist, dass die Früchte voll ausgereift und aromatisch sind. Kombinieren lässt sich Melonenmarmelade sehr gut mit Papaya, Banane (nur ein Drittel Banane, diese muss sehr reif sein) oder im Juli mit vollreifen Marillen.

Einkochen mit Wildkräutern

Bevor wir Wildkräuter einkochen können, geht´s erstmal ans Sammeln. Dabei achten wir darauf, nur auf Flächen zu sammeln, die nicht direkt neben Straßen oder stark frequentierten Hundespazierwegen liegen. Generell bietet sich an: Junge Brennesseltriebe, blühende Gundelrebe, Giersch und im Mai der blühende Waldmeister (diesen nur verwelkt verwenden, damit er sein Aroma voll entfaltet). Im Kräutergarten sind Zitronenmelisse, Pfeffer- und Schokominze sowie Rosmarin zur Verfügung.

Eine erfrischende Geschmacksnote in jedem Sirup oder jeder Marmelade ergibt sich, wenn man im noch heißen Sud Kräuter mitziehen lässt. Ich mag sehr gerne Schokominze. Experimentieren Sie aber auch mit Waldmeister (zu Marille) Rosmarin (zu Brombeere) Salbei (zu Zwetschke) …

WILDKRÄUTERSIRUPE

• 1 kg Wiener Sirupzucker für Holunderblüten & Kräuter
• 2 Biozitronen
• 750 ml Wasser
• Je zwei Handvoll Wildkräuter

Den Sirupzucker unter Rühren in dem kochenden Wasser auflösen. Die Zitronen in dünne Scheiben schneiden. Wir füllen größere Marmeladegläser (z.B. 600 ml) mit den gewaschenen Kräutern und geben in jedes Glas einige Zitronenscheiben. Nun mit der Sirupzuckerlösung übergießen bis die Kräuter bedeckt sind. Nun das Glas zuschrauben, zwei bis drei Tage kühl stellen und immer wieder schütteln. Danach den Sirup in saubere Flaschen abseihen und 1:6 verdünnt mit Wasser verkosten. Soll eine längere Haltbarkeit erzielt werden, den Sirup vor dem Abfüllen in Flaschen nochmal aufkochen.

Marmeladen inspiriert von Cocktails und Drinks

Fruchtige, schwungvolle und hochprozentige Einkochrezepte sind genau das Richtige in der Faschingszeit! Köstliche Cocktails und Drinks haben mich zu kreativen Marmeladekompositionen inspiriert und die dazu passende Musik garantiert gute Laune.

PINA-COLADA-MARMELADE

  • 1 Hawaii Ananas
  • 200 ml Kokoscreme aus der Dose
  • 200 ml frisch gepresster Orangensaft
  • 1 Biozitrone
  • 1 großes Stamperl Kokoslikör
  • 1 großes Stamperl Inländerrum
  • 50 g Kokosflocken
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Die Ananas schälen, den Strunk entfernen und das Fruchtfleisch würfeln. Im Mixer pürieren. Von der Zitrone die Schale mit dem Zestenreißer abnehmen und den Saft auspressen. 400 g der Ananasfruchtmasse mit dem Orangensaft, der Kokoscreme, dem Orangen- und Zitronensaft sowie den Zitronenzesten und dem Gelierzucker in einem Topf verrühren und aufkochen. 5 Minuten kochen lassen. Kokoslikör und Rum sowie die Kokosflocken zugeben und noch ein bis zwei Minuten weiter kochen lassen (max. 10 Minuten, Gelierprobe!) Heiß in kleine Gläser abfüllen.

TEQUILA-SHILA

  • 1 kg Biozitronen
  • 100 ml Tequila
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1 kg Wiener Gelierzucker 1:1

Mit dem Sparschäler die Schalen der Zitronen abnehmen. In einem Topf 1 Liter Wasser zum Kochen bringen, die Schalen darin aufkochen lassen, eine Minute kochen lassen und dann im Sud abkühlen lassen. Nun die Schalen mit einem scharfen Messer in schmale Streifen schneiden.
Die Zitronen von der weißen Schale befreien, in Scheiben schneiden und dabei die Kerne entfernen. Mit dem Stabmixer pürieren und mit der flotten Lotte passieren. Die Fruchtmasse mit den Schalenstreifen, dem Salz und dem Gelierzucker aufkochen, 5 bis max. 10 Minuten kochen lassen (Gelierprobe!) und den Tequila unterrühren. Dann heiß in kleine Gläser abfüllen.

BBC (Banana-Coconut-Bailey´s)

  • 1,5 kg überreife Bananen
  • 400 ml Kokoscreme (eine Dose)
  • Saft von 2 Zitronen
  • 2 Stamperl Bailey´s Irish Cream
  • 1 Stamperl Inländerrum
  • 500 g Wiener Gelierzucker 3:1

Die Bananen sind dann perfekt für´s Einkochen, wenn die Schalen schon braune Flecken haben, das Fruchtfleisch aber noch weiß ist. Bananen die noch nicht überreif sind werden beim Kochen bitter. Notfalls nach dem Einkauf einfach noch ein paar Tage liegen lassen.

Die Bananen schälen, das Fruchtfleisch wiegen (wir brauchen 900 g). Mit der Kokoscreme und dem Zitronensaft fein pürieren. Nun in einem Topf mit dem Gelierzucker verrühren und aufkochen. 5 bis max. 10 Minuten kochen lassen. Gelierprobe machen! Zum Schluss den Likör und den Rum unterrühren und heiß in kleine Gläser abfüllen.

Einkochen im Winter: Zitrusfrüchte

Die ideale Zeit, um uns die Sonne auf den Frühstückstisch zu kochen. Orangen-Marmeladen lassen sich toll variieren: Die Zugabe von einem Stamperl Campari, Aperol oder Cointreau macht jegliche Orangen-Marmelade noch pikanter.
Nützen Sie die Vielfalt der Orangensorten! Jede schmeckt anders, und mit Blutorangen wird auch das Farbspektrum erweitert. Bitte beachten Sie, dass die Schalen der Zitrusfrüchte die in die Marmelade kommen unbedingt von Bioorangen stammen!

FRUCHTIGE ORANGENMARMELADE

  • 2 kg Bioorangen
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Mit einem Sparschäler die Schale von ca. 1 kg Orangen dünn abschälen. 2 Liter Wasser mit einem Teelöffel Salz zum Kochen bringen, die Orangenschalen ca. 1 Minute darin überbrühen und abseihen. Nun die Schalen in dünne Streifen schneiden.

4 der restlichen Orangen auspressen. Die ürigen Orangen gründlich abschälen und dabei alles Weiße entfernen. Die Hälfte dieser Orangen in kleine Würfel schneiden, die andere Hälfte mit dem Stabmixer oder dem Mixer pürieren. Achtung: Vorher eventuelle Kerne entfernen!

Nun den Orangensaft, die Fruchtstücke und das Fruchtpüree zusammen abwiegen – das sollte 900 g ergeben. Wenn es mehr Masse ergibt, zaubern Sie aus dem übrigen einen vitaminreichen Smoothie! Zu den 900 g nun die in Streifen geschnittenen Schalen geben und mit dem Gelierzucker aufkochen. 5-7 Minuten kochen lassen (Gelierprobe!) und heiß in kleine Gläser abfüllen.

ENGLISCHE ORANGENMARMELADE

  • 1,5 kg Bioorangen
  • 2 Biozitronen
  • 1 kg Wiener Gelierzucker 1:1

Die Orangen mit dem Sparschäler schälen und die Schalen in Streifen schneiden. Die Schalenstreifen mit 300 ml Wasser zum Kochen bringen und ca. 1,5 Stunden zugedeckt ganz leicht köcheln lassen. Die Orangen und die Zitronen auspressen.

So entsteht der gewünschte bittere Geschmack: Alle Abfälle (das Weiße und sämtliche Schalenreste und Kerne) grob zerkleinern und knapp mit Wasser bedeckt zum Kochen bringen. 2 Stunden zugedeckt leicht köcheln lassen Vorsicht, dass es nicht anbrennt! Nun durch ein Sieb abgießen, mit dem Kochlöffel ausdrücken und den Kochsud auffangen.

Nun diesen Kochsud, den Orangensaft, den Zitronensaft sowie die Schalenstreifen incl. der Kochflüssigkeit in einen Messbecher schütten. Das sollte 1 Liter ergeben – gegebenenfalls mit etwas zusätzlichem Orangensaft auffüllen.

Die Mischung mit dem Gelierzucker aufkochen und unter Rühren 6-8 Minuten kochen lassen. Nun in kleine Gläser abfüllen. Diese Marmelade geliert langsam, daher einige Tage ruhig stehen lassen.

Blutorange-Kirsch Marmelade

Die Blutorangen schälen, 400 g Fruchtfleisch abwiegen und grob würfeln. Dabei Kerne entfernen. Mit einem Zestenreißer die Bioorangenschale abnehmen und die Zitrone auspressen. Orangenwürfel, Zitronensaft, Zesten, Kirschen und Gelierzucker einen Topf geben, aufkochen und mit dem Stabmixer pürieren. Nach 5 Minuten Kochzeit in kleine Gläser abfüllen.

Geschenke aus der Küche

Wer denkt jetzt nicht daran: „Was schenke ich meinen Lieben?“ Köstliches aus der eigenen Küche steht dabei immer hoch im Kurs. Bei Marmeladen ist der Kreativität kaum eine Grenze gesetzt, und die Vielfalt an Einkochgläsern und auch Etiketten lässt kleine Kunstwerke entstehen, bei denen auch das Auge mitisst. Wer im Sommer schon vorgesorgt hat, schöpft jetzt aus dem Vollen. Aber auch „Last-Minute-Einkocher“ können an einem Nachmittag noch reichlich Geschenksackerl füllen.

Entweder verkochen wir nun die Früchte, die wir im Sommer eingefroren haben, oder wir lassen uns vom reichhaltigen Angebot an Südfrüchten inspirieren. Weihnachtliche Gewürze wie Zimt, Gewürznelken und Sternanis, außerdem Rum, Mandellikör und Portwein bringen einen herrlichen Duft in die Marmeladenküche und uns sofort in Weihnachtsstimmung.

Weichselpunsch im Glas

  • 600 g Sauerkirschen
  • Zesten (Schale) einer Biozitrone
  • 1 Teelöffel echter Vanillezucker
  • 200 ml frisch gepresster Orangensaft
  • 150 ml Portwein
  • Ein Stamperl Inländerrum
  • 2 Zimtstangen, 10 Gewürznelken
  • Ein Teelöffel Bourbon-Vanillezucker
  • 1 kg Wiener Gelierzucker 1:1

Den Orangensaft mit den Gewürzen in einem kleinen Topf aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen. Dann in einen Einkochtopf seihen und die Weichseln, den Portwein, den Rum, die Zitronenzesten sowie den Gelierzucker zugeben. Aufkochen und mit dem Stabmixer grob pürieren. Fünf Minuten kochen lassen (Gelierprobe machen!) und heiß in saubere Gläser abfüllen. Sofort verschließen.

Bratapfelmarmelade

  • 2 kg säuerliche Äpfel
  • 1 Biozitrone
  • Ca. 50 g Wiener Kristallzucker
  • 1 Teelöffel Zimt
  • Ein Stamperl Rum
  • 100 g Walnüsse
  • 500 g Wiener Gelierzucker 3:1

Mit einem kleinen Messer den Stängel mit einem Teil des Kerngehäuses der Äpfel entfernen, sodass eine kleine Grube entsteht. Die Äpfel in eine Bratform setzen und ca. 250 ml Wasser dazu gießen. Den Kristallzucker mit dem Zimt mischen und davon einen Teelöffel in diese Grube geben. Dabei den Zucker auf alle Äpfel verteilen und den Rum auf den Zucker träufeln. Im auf 200 Grad vorgeheizten Backrohr ca. 45 Minuten braten, bis die Äpfel weich sind. Die Walnüsse auf ein Backblech legen und im heißen Rohr kurz anrösten. Dann klein hacken.

Die Bratäpfel durch die Flotte Lotte passieren. Mit der abgeriebenen Schale der Zitrone, dem Zitronensaft und dem Gelierzucker unter Rühren aufkochen und 4 Minuten kochen lassen. Zum Schluss die gehackten Walnüsse unterrühren und heiß in saubere Gläser abfüllen.

     

Marille in Weihnachtslaune

  • 700 g gefrorene Marillen
  • 200 ml frisch gepresster Orangensaft
  • Abgeriebene Schale einer Bioorange
  • Saft und Zesten einer Biozitrone
  • ½ gestrichener Teelöffel Lebkuchengewürz
  • 5 dag Mandelblättchen
  • 1 Stamperl Inländerrum
  • 1 Stamperl Mandellikör
  • 500g Wiener Gelierzucker 2:1
     

Die  gefrorenen Marillen leicht antauen lassen und in Würfel schneiden. Die Mandeln in einer Pfanne leicht anrösten. Alle Zutaten außer den Likören und den Mandeln in einen großen Einkochtopf geben, unter Rühren zum Kochen bringen und 5 Minuten kochen lassen. Dann den Alkohol und die Mandeln zugeben und noch ca. 1 Minute kochen. Dann heiß in saubere Gläser füllen.

Mangomarmelade

  • 1,5 kg reife Mangos oder 700 g tiefgekühlte Mangostücke
  • Saft von drei Orangen und einer Zitrone
  • 1 Stamperl Orangenlikör
  • 1 Stück Sternanis
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Die Mangos schälen und entkernen, das Fruchtfleisch würfeln, oder die gefrorenen Mangostücke antauen lassen und würfeln. Mit den anderen Zutaten in einen Topf geben und unter Rühren zum Kochen bringen. Nach 5 Minuten den Sternanis herausfischen und die Marmelade in saubere Gläser abfüllen.

Einkochen im Herbst: Quitten & Mispeln

Quitten gibt es in vielen verschiedenen Sorten, die sich am auffälligsten durch die Form der Früchte unterscheiden. Es gibt riesige Birnenquitten, kleinere Apfelquitten und auch Zierquitten. Wenn sie richtig reif sind, riechen sie wunderbar aromatisch. Diesen optimalen Reifezeitpunkt gilt es zu erwischen, denn überlagert wird das Fruchtfleisch braunfleckig.

Roh kann man Quitten nicht genießen, aber gekocht geben sie herrliches Kompott, Gelee, Marmelade und auch Liköre und Edelbrände sowie Quittenkäse, eine traditionelle Nascherei. Vor der Weiterverarbeitung ist es jedem Fall erforderlich, den braunen Pelz von der gelben Schale abzuwischen.

Eine seltene Gartenfrucht ist die Mispel, die in den nächsten Wochen reift. Diese ist im harten Zustand gerbsauer, erst wenn sie weich wird entwickelt sie ein süßes Aroma. Es heißt, man soll die Mispel vom Frost erwischen lassen, damit sie weich wird. Dies baut aber die Gerbsäure nicht ab. Besser ist es, die Früchte bei Reifebeginn zu ernten, in Steigen zu lagern und immer wieder die reifen aussortieren und verarbeiten. Mispeln haben einen musigen Geschmack, der sich gut mit weihnachtlichen Gewürzen in die Punschrichtung kombinieren lässt.

Mispelmarmelade mit Gin Tonic

  • 1 kg Mispeln (Asperln)
  • 250 ml frisch gepresster Orangensaft
  • 200 ml Tonic Wasser
  • 50 ml Gin
  • Saft einer Zitrone
  • Zesten einer Bio-Orange
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Die reifen Mispeln auseinanderbrechen und mit dem Orangensaft, dem Zitronensaft und dem Tonic Wasser marinieren. Dann durch die flotte Lotte passieren.
Die Fruchtmasse mit dem Gin, den Zesten und dem Gelierzucker ca. 5  Minuten kochen lassen. Vorsicht! Ständig vom Grund weg gut umrühren, sonst spritzt die Masse sehr! Heiß in Gläser abfüllen.

Quittenmarmelade

Die Quitten schälen, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Mit dem Apfelsaft, dem Zitronensaft und den Zesten in einen Einkochtopf geben und kochen, bis das Fruchtfleisch weich ist. Nun mit dem Stabmixer pürieren. Den Wiener Gelierzucker unterrühren, erneut aufkochen und unter ständigem Rühren ca. 4 Minuten kochen lassen. Nun den Orangenlikör unterrühren und die Marmelade in kleine Gläser abfüllen.

Quittengelee

Die Quitten ungeschält in Spalten schneiden und dabei nur den Blütenansatz entfernen. Mit dem Wasser und dem Zitronensaft in einem genügend großen Topf zugedeckt aufkochen lassen und dann bei reduzierter Hitze ca. 15 Minuten köcheln lassen, bis die Quittenstücke weich sind. Nun alles durch ein Sieb gießen und den Saft auffangen. Eventuell nochmal durch ein feineres Sieb schütten, um möglichst klaren Saft zu erhalten. Davon ein Liter abmessen. Den ausgekühlten Saft mit dem Gelierzucker und den Zesten in einem Einkochtopf aufkochen und ca. 5 Minuten kochen lassen. Den Edelbrand zugeben und in kleine Geleegläser abfüllen.

Quittenkäse

Bei der Zubereitung des Quittengelees (siehe oben) bleiben im Sieb die weichen Fruchtstücke zurück. Daraus kann man eine traditionelle Nascherei zubereiten – den Quittenkäse oder – spanisch - Dulce de membrillo

Die weichgekochten Fruchtstücke durch die Flotte Lotte passieren. Für 1 kg Fruchtmus geben wir 800 g Wiener Feinkristallzucker. Beides in einen großen und möglichst breiten Einkochtopf geben und unter ständigem Rühren solange kochen lassen, bis der Kochlöffel Straßen in der Fruchtmasse hinterlässt. Das kann gut 30 Minuten dauern, kann aber gut in mehreren Durchgängen erledigt werden.
Nun ein Backblech mit Backpapier belegen und die Fruchtmasse ca. 1,5 cm dick aufstreichen. Am nächsten Tag ein neues Backpapier oben drauflegen, das Ganze wenden und das obere Papier abziehen. An einem warmen, trockenen Ort stellen und den Vorgang täglich wiederholen. Wenn die Masse fest genug ist, in Würfel oder Streifen schneiden, in Wiener Backzucker wälzen und in einer Dose aufbewahren.
Kann ans Nascherei, zur Weihnachtsbäckerei oder (so macht man es in Spanien) zu Käse gegessen werden.

Einkochen Mitte September: Schlehen

Wussten Sie, dass die Schlehe eine der Vorfahren unserer Hauszwetschke ist?

Bei den Schlehen heißt es ja immer, dass sie einmal vom Frost erwischt werden müssen. Das stimmt nur bedingt. Wenn man die Früchte möglichst lange am Strauch hängen lässt, baut sich die Gerbsäure, welche die Schlehen so „hantig“ macht, weitgehend ab. Damit hat der Frost gar nichts zu tun, und daher kann man das auch nicht erzwingen, indem man die Früchte einfriert. Ich friere die Früchte trotzdem gerne ein, bis ich von mehreren Sammeltouren genug Menge habe, damit sich Einkochen auszahlt. Außerdem sind die Schlehen dann schön weich für´s passieren.Aus Schlehen lassen sich wunderbare Liköre (zb. mit Gin) ansetzen, und auch sehr gute Marmeladen kochen.

Schlehen-Zwetschkenmarmelade mit Marzipan

  • 750 g Schlehen
  • 750 g Zwetschken
  • 1/4 Weißwein
  • Zitronenschale
  • Zimtrinde
  • Gewürznelken
  • 100 g Rohmarzipan
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Die Zwetschken entsteinen und mit den Schlehen, dem Weißwein und den Gewürzen in einen Topf geben. Unter rühren weich kochen und anschließend passieren.

Das Fruchtmus (ergibt ca. 1000g) in einen Einkochtopf geben und auskühlen lassen. Das Rohmarzipan in kleine Würfel schneiden und darunter rühren, den Gelierzucker dazu geben. Nun alles unter ständigem Rühren 5 Minuten kochen und in kleine Gläser abfüllen.

Williamsbirne mit Cranberries

  • 750 g reife Williamsbirnen
  • 750 g Cranberries (wahlweise Preiselbeeren)
  • 500 g Wiener Gelierzucker 3:1
  • 1 Stamperl Williams-Edelbrand

Die Birnen schälen, das Kerngehäuse entfernen und in Würfelchen schneiden. Die Cranberries halbieren (falls Sie Preiselbeeren verwenden, entfällt das, keine Angst J). Nun die Früchte mit dem Zucker zum Kochen bringen, ca. 5 Minuten kochen lassen und gegen Ende der Kochzeit den Williamsbrand einrühren. In kleine Gläser abgefüllt, ist dies auch ein nettes Mitbringsel.

Einkochen im September: Zwetschken und Paradeiser

Kann man mit Gemüse einkochen? Ja, sehr gut sogar. Jetzt gibt es köstlich-fruchtige reife Fleischtomaten in verschiedenen Farben, mit denen man experimentieren kann. Nach der Ernte lasse ich diese in Kartonsteigen noch 2-3 Tage nachreifen, dann sind sie perfekt. Aber auch die Zwetschke ist reif.

Sind die Zwetschkenbäume  voller Früchte, kann man damit viel gutes zaubern, z.B die Zwetschkenmarmelade mit Mohn, dessen Inspiration von einem Germknödl stammt.

Paradeisermarmelade

  • 1, 5 kg reife Fleischtomaten (rot oder gelb)
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1
  • Bourbonvanille
  • Saft einer Zitrone
  • Zitronenschale
  • Etwas frisch geriebener Ingwer

Die Haut der Fleischtomaten abziehen, dazu eventuell in kochendes Wasser tauchen. Dann quer halbieren und die Kerne herausdrücken. Das Fruchtfleisch in Würfel schneiden und mit den anderen Zutaten außer dem Zucker in einem Topf aufkochen. Alles durch die Flotte Lotte passieren (sollte ca. 1 kg ergeben) und dann mit dem Wiener Gelierzucker einkochen. Diese Marmelade schmeckt sehr gut zu Käseplatten.

Zwetschkenmarmelade mit Mohn

Die Zwetschken entkernen, in einen Einkochtopf geben und mit dem Feinkristallzucker bestreuen. Zugedeckt über Nacht Saft ziehen lassen. Dann auf den Herd stellen, den Deckel abnehmen und ohne Rühren kochen lassen. Dabei verdampft die Flüssigkeit und die Masse reduziert ein. Wir wollen 1 kg Masse erhalten. Der Fruchtgeschmack ist dann schön konzentriert. Gegen Ende der benötigten Zeit ist die Flüssigkeit unter den Zwetschken weitgehend verdampft. Aufpassen, dass es nicht anbrennt - eventuell umrühren. Je breiter der Topf ist, desto schneller dampft alles ein. (Wenn man noch weiter einreduziert, erhält man klassischen Powidl.)
Zimtrinde herausfischen, den Wiener Gelierzucker 2:1 und den Rum dazu geben und das Ganze 5 Minuten kochen. In der letzten Minute den gemahlenen Mohn unterrühren.
Zwetschkenmarmelade auf diese Art kann auch ohne die Zugabe von Mohn eingekocht werden.

Quer durch den Garten

  • 250 g Brombeeren
  • 250 g Holunderbeeren
  • 1 Apfel
  • 1 Birne
  • 250 g Zwetschken
  • Saft einer Zitrone
  • 1 Stamperl Rum
  • 1 Zimtrinde
  • 5 Gewürznelken
  • Bourbon-Vanillezucker
  • Zitronenschale
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Die Beeren von den Stielen zupfen, Apfel und Birne vom Kerngehäuse befreien und in Würfel schneiden, die Zwetschken entkernen. Alle Zutaten außer dem Zucker in einen Topf geben und 1/8 l Wasser zugeben. Die Früchte unter Rühren aufkochen und dann bei zugedecktem Deckel weich dünsten. Durch die Flotte Lotte passieren. 1 kg des Fruchtmuses mit dem Wiener Gelierzucker aufkochen und ca. 5 Minuten kochen lassen. Dann in mit Rum ausgespülte Gläser abfüllen.

Sammeltipp zu Wildobst

Bei allen Wildbeeren taucht immer wieder das Problem auf, dass man bei einem Spaziergang zu wenig reife Früchte zur Verarbeitung findet. Macht nichts – frieren sie die Beute fertig geputzt in Gefrierbeuteln ein. Nach drei oder vier Spaziergängen haben Sie sicher die nötige Menge beisammen. Bei Dirdln haben Sie den Zusatznutzen, dass die Früchte nach dem Auftauen ganz weich sind und sich leichter passieren lassen. Dass harte, sauere Dirndln aber durch Einfrieren süsser werden, ist ein verbreiteter Irrglaube.

Brombeer-Apfel Gelee

Die Mengenangaben sind eher eine Empfehlung. Wichtig: auf ein 1 kg Früchte nicht mehr als 500 ml Wasser nehmen.

Die Äpfel samt Schale und Kerngehäuse in grobe Stücke schneiden. Mit Brombeeren und Wasser in einen Topf geben und zugedeckt 10 min. kochen lassen. Durch ein großes Sieb in einen Topf schütten und einige Stunden abtropfen lassen (nicht drücken, sonst wird das Gelee trüb). Vom Saft 1 L abmessen und mit Wiener Gelierzucker 1:1 ca. 5 Minuten einkochen. Gelierprobe machen und abfüllen. Tipp: Das Rezept kann variiert werden, indem sie mit den Fruchtstücken Vanillezucker, Zimtrinde, Zitronenschale oder andere Gewürze nach Geschmack mitkochen lassen.

Holunder-Dirndl-Marmelade

Die Dirndln vorsichtig waschen, die Holunderdolden mit einer Gabel von den Stielen streifen. Beide Früchte in einen Topf geben und mit 150 ml Wasser zum Kochen bringen und unter Rühren 3-5 Minuten kochen lassen.
Nun durch die Flotte Lotte passieren oder – bei kleineren Mengen – durch ein Sieb streichen. 1 kg der Fruchtmasse abwiegen und mit dem Gelierzucker unter Rühren 5 Minuten kochen. Dann in hübsche Gläser abfüllen.

Einkochen im August: Pfirsiche und Ringlotten

In diesen Tagen reifen in unseren Obstgärten Ringlotten, Mirabellen und Pflaumen in allen Größen und Formen. Als Faustregel gilt: Die großen runden Früchte heißen Ringlotten oder Reineclauden (von Reine (Königin) Claude, einer Tochter von Ludwig XII), die kleinen Mirabellen. Die Früchte schmecken süß und aromatisch und laden zu allerlei Einkochexperimenten ein.

Auch Pfirsiche sind im August am Markt und im Supermarkt in großer Zahl erhältlich. Wenn Sie für´s Einkochen größere Mengen kaufen wollen, kosten Sie unbedingt erst mal. Wir brauchen dafür gut reife, saftige und aromatische Früchte. Aus harten, mehligen Pfirsichen lässt sich nichts Gutes zaubern! Pfirsiche aus dem eigenen Garten sind natürlich das beste!

Ringlottenmarmelade mit Marzipan

Die Ringlotten mit dem Sparschäler schälen und entkernen. So bleibt die Farbe des gelben Fruchtfleisches am besten erhalten. (Man kann  Früchte auch in kochendes Wasser tauchen und die Haut abziehen – bei blauen Früchten färbt die Farbe dabei allerdings aufs Fruchtfleisch ab)
Das Fruchtfleisch (ca. 900 g) in Würfel schneiden und gleich mit dem Zitronensaft und dem Gelierzucker verrühren. Das Rohmarzipan ebenfalls in kleine Würfel schneiden und zur Fruchtmasse geben. Unter Rühren aufkochen (Marzipan brennt gerne an) und 5 Minuten kochen lassen. Dann heiß in Gläser abfüllen.

Pfirsich-Himbeer-Marmelade

Die Pfirsiche kurz in kochendes Wasser tauchen und die Haut abziehen. Entkernen und das Fruchtfleisch würfeln. Mit dem Gelierzucker im Einkochtopf verrühren und ca. 2 Stunden Saft ziehen lassen. Dann die Himbeeren dazugeben, aufkochen und 6-8 Minuten kochen lassen (Gelierprobe!)

Einkochen im Juli: Marillen

Marillenmarmelade ist eine der wichtigsten Zutaten in der österreichischen Mehlspeisküche: Flaumige Biskuitrollen, Marillenpalatschinken, Krapfen – sie alle sind klassisch mit Marillenmarmelade gefüllt. Bei schokoglasierten Torten wird zuerst mit Marillenmarmelade „aprikotiert“, und in den saftigen Nuss- und Mohnfüllungen von Strudeln ist oft die Beigabe von Marillenmarmelade das Erfolgsrezept.

Marillenmarmelade klassisch (mit Noisette)

Die Marillen entsteinen und mit dem Gelierzucker in einem Einkochtopf verrühren. 3 Stunden ziehen lassen, dann mit dem Stabmixer pürieren und 5 Minuten kochen. Heiß in Gläser abfüllen, die Deckel mit Rum ausschwenken und verschließen. Wer es weniger süß mag, nimmt 500 g von Wiener Gelierzucker 2:1 oder Wiener Gelierzucker 3:1.
Tipp: Gegen Ende der Kochzeit 100 g Noisetteschokolade oder Nougat zugeben. Das Haselnussaroma ist sensationell, und die Kinder lieben diese Variante!

Coconut Kiss

  • 1 kg vollreife Marillen
  • 1 Dose Kokoscreme (400 ml)
  • 500 ml frisch gepresster Orangensaft
  • 1 Stamperl Kokoslikör
  • 1 Stamperl Inländerrum
  • 5 Esslöffel Kokosflocken
  • 2x 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Die Marillen entsteinen, pürieren und passieren. Nun mit der Kokoscreme, dem Orangensaft und dem Gelierzucker zum Kochen bringen. Nach ca. 4 Minuten die restlichen Zutaten einrühren, 1 Minute weiterkochen und in Gläser abfüllen.

Einkochen im Juli: Kirschpflaumen

Die Kirschpflaume (Prunus cerasifera), wird vielfach mit den „Kriecherl“ oder Mirabellen verwechselt. Diese reifen jedoch später und unterscheiden sich von der Kirschpflaume mehrfach: Die Kriecherl lösen sich vom Kern, bei den Kirschpflaumen haftet das Fruchtfleich fest. Die Kriecherlbäume machen Wurzelausläufer, die Kirschpflaume nicht. Viele von uns haben eine Kirschpflaume im Garten, die niemand gepflanzt hat. Des Rätsels Lösung: Die Kirchpflaume wurde vielfach als Veredelungsunterlage für zb. Marillen verwendet. Diese Unterlage ist dann oft durchgetrieben. Im Frühjahr sind die Bäume wunderschön dicht weiß blühend. Auch im Ziergarten fand die Kirschpflaume Verwendung als rotlaubige Blutpflaume. Auch deren Früchte sind essbar und auch gut zu verarbeiten.

Kirschpflaumensirup mit Melisse und Minze

Die Kirschpflaumen mit dem Wasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und ca. 5 Minuten kochen lassen. Durch ein großes Sieb in einen weiteren Einkochtopf abgießen und ablaufen lassen (ca. eine Stunde). Es entsteht verhältnismäßig viel Flüssigkeit (ca. 2,2 Liter). In den noch heißen Saft die Melisse und die Minze geben und 5 Minuten ziehen lassen. Dann die Kräuter herausfischen, den Sirupzucker einrühren, nochmal aufkochen und heiß in geeignete Flaschen abfüllen.

Bei diesem Rezept bleibt das Fruchtfleisch der Kirschpflaumen im Sieb zurück. Daraus können wir eine leckere Marmelade kochen:

Kirschplaumen-Apfel-Marmelade

  • 700 g Kirschpflaumenmus
  • 300g Klarapfel (geschält und in kleine Würfel geschnitten)
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1
  • Ein halbes Stamperl Mandellikör

Das Fruchtfleisch, welches beim Siruprezept übrig bleibt, durch die flotte Lotte passieren oder durch ein Sieb drücken. Letzteres erfordert einige Geduld – bei einem eher grobmaschigen Sieb geht´s leichter.
Das Fruchtmus, die Apfelwürfel und den Gelierzucker ca. 5 Minuten unter Rühren kochen, dann den Mandellikör zugeben. Je nach Vorliebe können Sie die Marmelade nun mit dem Stabmixer passieren oder die Apfelstückchen ganz lassen. Ich habe sie gemixt – die Stückchen würden aber im Glas gut ausschauen. In dem Falle den Apfel schön gleichmäßig und eher klein würfeln (das geht optimal mit diesem Schneidgerät, welches auf allen Messen vorgestellt wird – Sie wissen, welches ich meine). Die Marmelade sofort heiß in hübsche Gläser abfüllen.

Einkochen im Juni: Kirschen

Bei der Verarbeitung von Kirschen ist zu beachten, dass Süßkirschen wenig Säure haben. Damit die Marmelade nicht zu süß wird, verwenden Sie eher die zuckersparenden Varianten von Wiener Gelierzucker wie den Wiener Gelierzucker 2:1 und 3:1. Die Zugabe von Zitronensaft und auch von Zitronenschale gibt angenehme Säure und frisches Aroma. Die Kirsche lässt sich auch gut mit säuerlichen Beeren mischen. Vor allem Johannisbeeren, ob rot oder schwarz, sind da eine gute Ergänzung. Diese geben auch zusätzliche Gelierkraft – die Kirsche selbst hat wenig Pektin. Daher unbedingt die Gelierprobe machen!

Kirschenmarmelade mit Vanille und Portwein

  • 400 g dunkle Süßkirschen
  • 400 g Sauerkirschen
  • Saft und Zesten (Schale) einer Biozitrone
  • 1 Teelöffel echter Vanillezucker
  • 150 ml Portwein
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Die Kirschen entsteinen und mit den anderen Zutaten in einem großen Topf verrühren. Ca. 2 Stunden marinieren lassen. Dann aufkochen, 6-8 Minuten kochen und noch heiß in Gläser abfüllen. Damit sich die Kirschen gut verteilen, die Gläser erst auf den Kopf stellen. Wenn es beginnt zu gelieren, umdrehen.

Marillen-Johannisbeerkonfitüre

  • 800 g reife, aber noch feste Marillen
  • 200 g schwarze Johannesbeeren
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Die Marillen kurz in kochendes Wasser legen und die Haut abziehen. Das Fruchtfleisch würfeln (ca. 1 cm). Die Johannesbeeren von den Stielen zupfen. Die Marillen mit dem Gelierzucker in einen Einkochtopf geben und verrühren. 2-3 Stunden Saft ziehen lassen. Nun unter Rühren aufkochen lassen, bei Kochbeginn die Johannesbeeren zugeben. Vorsichtig rühren, um die Beeren nicht zu zerquetschen (Optik im Glas!). 5 Minuten kochen lassen und dann in schöne Gläser abfüllen. Beim Abkühlen eventuell auf den Kopf stellen und 2-3 Mal wenden, damit sich die Fruchtstücke gut verteilen.

Schwarzwälder Kirsch-Marmelade

  • 1 kg Weichsel
  • 500g Wiener Gelierzucker 2:1
  • 1 Tafel Schokolade mit 75% Kakaoanteil
  • 1 Stamperl Kirschlikör

Die Weichsel entsteinen und mit dem Gelierzucker in einem Einkochtopf zum Kochen bringen. Nach ca. 5 Minuten (Gelierprobe machen!) die Schokolade und den Kirschlikör einrühren. Wenn die Schokolade zergangen ist, die Marmelade noch heiß in saubere Gläser abfüllen und mit sauberen Deckeln verschließen.

Einkochen im Mai: Kräuter

Der Mai hat es uns wettermäßig lange nicht leicht gemacht, aber mit den sommerlich-warmen Tagen kommt schon die erste Urlaubsstimmung auf. Die Reife der Früchte im Garten lässt auf Grund der lange kühlen Witterung noch etwas auf sich warten, trotzdem gibt es einiges, das uns wieder zum einkochen verführt wie z.B die herrlichen Biozitronen und Orangen, die es momentan zu kaufen gibt. Außerdem bringen uns mediterrane Kräuter das Mittelmeergefühl direkt auf den Balkon oder auf die Terrasse. Thymian, Salbei und Rosmarin blühen, duften und locken nicht nur Bienen an.

Thymian-Orangen Gelee

  • 1 Liter frisch gepresster Orangensaft
  • Ein Bündel blühender Thymian
  • 500 g Wiener Gelierzucker 3:1

Den Orangensaft aufkochen, den Thymian im Ganzen hineingeben, ca. 4 Minuten ziehen lassen und abseihen. Den Saft mit dem Wiener Gelierzucker aufkochen und unter Rühren 6-8 Minuten kochen lassen (Gelierprobe machen! Orangensaft geliert oft ein bisschen zögerlich).
 

Zitronenmarmelade mit frischem Rosmarin

  • 2 kg Bio-Zitronen (es sollten die großen, mit der dicken weißen Schale sein)
  • Zesten (Schalen) von einer Zitrone
  • 1-2 Teelöffel frische Rosmarinnadeln
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Die Zitronen schälen (bei der oben beschriebenen Sorte geht das ähnlich leicht wie bei Orangen), das Fruchtfleisch in Würfel schneiden und die Kerne entfernen.
1 kg Fruchtfleisch mit dem Wiener Gelierzucker und den Zesten verrühren, zum Kochen bringen und 6-8 Minuten kochen lassen. Nach der Hälfte der Kochzeit die geschnittenen Rosmarinnadeln hinzufügen. Heiß in saubere Gläser abfüllen.

Tipp: Was tun mit den restlichen Biozitronenschalen?

Zitronenöl
Mit dem Sparschäler die gelben, aromatischen Schalen dünn schälen. Diese können nun in gutem Olivenöl eingelegt werden (eventuell Rosmarin, Thymian oder andere Kräuter nach Ihrem Geschmack hinzufügen). Nach ca. 2 Wochen das Öl abseihen und in saubere kleine Flaschen füllen. Das ergibt ein würziges Salatöl.

Limoncello - Zitronenlikör
Die mit dem Sparschäler dünn geschälten Schalen von 8 Zitronen in einer Flasche mit 1 Liter Weingeist ansetzen. Nach 10 Tagen abseihen. 400 - 600 g Wiener Feinkristallzucker in einem Liter Wasser aufkochen und abkühlen lassen. Nun beide Flüssigkeiten mischen und in Likörflaschen umfüllen. Schmeckt am besten gekühlt.

Zitronensalz
Die dünnen, gelben Schalen fein hacken (geht am besten im elektrischen Kräuterhacker) und mit feinem Salz vermischen. Ca. 5 mm dick auf ein Backblech geben und bei Umluft und 50 Grad trockenen. Danach eventuell sieben, um gröbere Schalenstücke zu entfernen.

Erdbeer-Kokos-Marmelade

  • 800 g Erdbeeren
  • 200 ml Kokosmilch (Dose)
  • 3 Esslöffel Kokosetti
  • 3 Esslöffel Kokoslikör
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Die Erdbeeren waschen, trockentupfen, putzen und in einen großen Einkochtopf geben. Eine Dose Kokosmilch öffnen, umrühren und 200 ml davon zu den Erdbeeren geben. Den Gelierzucker zugeben und alles mit dem Stabmixer pürieren. Zum Kochen bringen und unter Rühren ca. 8 Minuten kochen lassen. Gegen Ende der Kochzeit die Kokosetti und den Kokoslikör beigeben. Gelierprobe machen, dann noch heiß in vorbereitete Gläser abfüllen.

Einkochen Ende April / Anfang Mai: Waldmeister

Rechtzeitig zu Maibeginn grünt und blüht er wieder in unseren Wäldern: der Waldmeister. Traditionell aromatisiert er die Maibowle. Seinen Duft und sein Aroma verdankt der Waldmeister dem Cumaringehalt. Damit sich das Aroma optimal entfaltet, lässt man den Waldmeister 4-6 Stunden im Schatten anwelken, und gibt ihn erst dann in den Wein oder die zu aromatisierende Flüssigkeit. In geringen Dosen wirkt Waldmeister beruhigend und hat eine gute Wirkung gegen Kopfschmerzen. Sparsam verwenden: 6-8 Stängel Waldmeister reichen für 1 Liter Maibowle.

Erdbeermarmelade mit Waldmeister

  • 1 Bündel Waldmeister
  • 700 g Erdbeeren
  • 200 ml Weißwein
  • 500 g Wiener Gelierzucker 2:1

Ein Bündel Waldmeister 4-6 Stunden anwelken lassen, dann in ein Glas mit 200 ml Weißwein geben und 6-8 Stunden stehen lassen.
Die Erdbeeren waschen, putzen und in Scheiben schneiden und mit dem Gelierzucker im Einkochtopf verrühren. Den Weißwein abseihen und dazu geben. Alles unter Rühren aufkochen und ca. 6-8 Minuten kochen lassen. Gelierprobe machen, dann in kleine Gläser abfüllen.

Waldmeistersirup

  • 1 Bund Waldmeister
  • 1 l Wasser
  • 1 kg Wiener Sirupzucker für Kräuter
  • Eventuell grüne Lebensmittelfarbe

Den Waldmeister 4-6 Stunden anwelken lassen. Den Wiener Sirupzucker mit 1 Liter Wasser aufkochen lassen, ein wenig abkühlen lassen und den Waldmeister zugeben. Abgedeckt über Nacht kühl stellen. Nun in einen sauberen Topf abseihen, auskochen und ein wenig grüne Lebensmittelfarbe zugeben. Kochend heiß in kleine Flaschen abfüllen. Schmeckt aufgespritzt als Limonade, oder mit Prosecco aufgegossen als Aperitif.

Einkochen im April: Rhabarber

Wussten Sie, dass Rhabarber aufgrund der Tatsache, dass man die Blattstiele und nicht die Früchte verwendet, kein Obst, sondern eigentlich ein Gemüse ist? Aus den frischen Blattstielen, die es ab April zu kaufen gibt, können wir verschiedene Köstlichkeiten zubereiten - vor allem für´s Vorratsregal. Hier ein paar Infos:

  • Vom Gartenrhabarber gibt es mehrere Sorten. Generell gilt: je grüner die Stiele, desto säuerlicher der Geschmack. Rote Stiele sind weniger sauer, der rote Himbeerrhabarber ist besonders aromatisch.
  • Ab dem Johannistag (24. Juni) ist die Rhabarbersaison wieder vorbei, damit sich die Pflanzen erholen können und wieder gut über den nächsten Winter kommen

Rhabarber-Marmelade mit Apfel und Vanille

  • 80 dag geputzter Rhabarber
  • 2 säuerliche Äpfel
  • 1 Pkg. Vanillezucker oder noch besser: echter Vanillezucker (siehe Tipp weiter unten)
  • 1 kg Wiener Gelierzucker 2:1

Für die Zubereitung des Rhabarbers müssen wir die Stangen schälen. Wie das geht, das sehen Sie hier.

Die geputzten Rhabarberstangen in ca. 1 cm große Stücke schneiden und mit dem Gelierzucker über Nacht marinieren lassen. Am nächsten Tag die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und in ca 1 cm große Würfel schneiden. Diese zum Rhabarber-Zuckergemisch geben und 1 Päckchen (echten) Vanillezucker zugeben. Die Fruchtmischung zum Kochen bringen und ca. 4-6 Minuten kochen lassen, dabei gut durchrühren. Nun in die gut gereinigten Einkochgläser füllen.

Erdbeer-Rhabarber-Marmelade

  • 500 g gewaschene, geputzte Erdbeeren, geviertelt
  • 500 g geputzter Rhabarber, in 1 cm Stücke geschnitten
  • 1 Biozitrone
  • 1 Päckchen Wiener Gelierzucker 2:1

Rhabarber, Erdbeeren und Gelierzucker in einen Topf geben und ca. eine Stunde marinieren lassen, bis Saft entsteht. Die Bio-Zitrone waschen, mit dem Zestenreißer die Zitronenschale in dünnen Streifen abnehmen und dazu geben. Die Masse aufkochen und unter Rühren ca. 4-6 Minuten kochen (Gelierprobe machen!), dann in kleine Gläser abfüllen und gleich verschließen.

Tipp: Echten Vanillezucker herstellen

Echter Vanillezucker ist dem Vanilinzucker an Aromaqualität unbedingt vorzuziehen. Ich mische mir diesen selbst. Echte Bourbonvanille gemalen gibt es von verschiedenen Gewürzanbietern. Pro 10 g Vanillepulver gebe ich 250 g Wiener Backzucker in ein großes Schraubglas. Die Mischung gut schütteln oder durchrühren und mit einem Twist-off-Deckel dicht verschließen. 1 Teelöffel dieser Mischung entspricht in etwa einem Portionspäckchen Vanilinzucker. Probieren Sie es aus: Ein unvergleichliches Aroma!